Die Standorte von Sammelcontainern für Altglas, Papier und andere Wertstoffe sind selten sehr ansehnlich.
Alleine schon die riesigen, hässlichen Container…
Im “Sorgfaltsraum” Innenstadt hat sich die Verwaltung des Problems angenommen und für fast 50.000 € drei sogenannte “Unterflurcontainer” installieren lassen.
Wer in letzter Zeit auf der bald “Westfalenstraße” genannten Entflechtungsstraße hinter dem Rathaus entlang gefahren ist, dem sind sicherlich schon die drei kleinen blauen – an amerikanische Briefkästen erinnernde – Kästchen augefallen. (Nicht zu verwechseln mit den kleinen blauen Kästchen auf dem Sparkassenvorplatz!).
So schön können Altglascontainer aussehen…
Das dies aber eine “Detaillösung” sein, und in anderen Stadtteilen nicht geben soll, wurde Seitens der Verwaltung ausdrücklich erklärt.
“Sorgfalt” gibt es eben nur im Raum Innenstadt…
Doch gerade “andere Stadtteile” haben mit den Sammelcontainern ganz eigene Probleme.
Wie im Nonnenbruch, wo die Sammelstellen als “öffentliche Schandflecke” bezeichnet werden und der “verhunzte” Zustand drum herum die Vorsitzende des Bürgervereins Nonnenbruch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lässt.
Grund für diese Geste der Verzweiflung sind insbesondere die Papiercontainer am Werkerhofplatz und an der Bergischen Straße.
Dort werden regelmäßig größere Mengen Kartonage nicht in die dafür vorgesehenen Container gefüllt, sondern neben diesen abgeladen.
Die von der Lokalpresse kolportierte Aussage der Vorsitzenden dazu: “Es kann nicht sein, wie unglaublich das aussieht.” – Weil eben nicht sein kann, was nicht sein soll, nicht sein darf…?!
Doch der große Vorsitzende die große Vorsitzende hat auch gleich eine Lösung für dieses Problem: Weg mit den Containern!
Denn wenn keine Container mehr da sind folgt doch logischerweise, dass sich dort dann auch kein Müll mehr ansammelt…
Mit derselben Argumentationskette könnte man die Feuerwehr abschaffen, weil es dann ja nie mehr brennen würde…
Alternativ zu den großen Containern an zentraler Stelle soll jedes Haus dann eine kleine, blaue Tonne vor die Türe gestellt bekommen – die dann auch statt 4-wöchentlich alle 14 Tage geleert werden soll.
Als ob es nicht schon so wäre, dass sehr viele Häuser im Nonnenbruch schon längst eine solche besäßen…
Und auch eine häufigere Leerung kann nicht die Lösung sein, denn ein etwas sperrigerer Karton – unsachgemäß zerkleinert – kann eine solche kleine Tonne schon zu gut der Hälfte füllen.
Zudem würden die häufigen Anfahrten des Entsorger die CO²-Bilanz des Recycling-Papieres erheblich verändern.
Wobei in vielen Fällen die 2-wöchentliche Leerung eh unnötig wäre. Denn die vereinzelten Großcontainer fassen ja auch nicht 50% des gesamten Altpapieraufkommens im Nonnenbruch…
Andererseits werden sich einige Hausgemeinschaften umgucken, wenn ihre kleine blaue Tonne nun erheblich schneller voll sein wird, weil einige Bewohner des Hauses nun nicht mehr die großen Container nutzen können.
Wer größere Kartonagen zu verbringen hat, die eventuell das Fassungsvermögen der kleinen Tonnen übersteigen, wird auf die Grün- und Bauschuttannahmestelle an der Friedhofsallee verwiesen.
Super Idee – vor allem für Jene, die nicht über einen eigenen PKW (am besten mit großem Kofferraum oder gleich mit Anhänger) verfügen.
Die dürfen dann halt die paar Kilometer mit dem Papier unter dem Arm hinlaufen. Ein besonderer Spaß für all jene, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß unterwegs sind.
Nebenbei: In den Wintermonaten ist die Annahme auf Samstags von 8:30 bis 14 Uhr beschränkt. Da muss man sich halt entscheiden: Auf dem Markt einkaufen gehen, oder die angesammelte Pappe entsorgen. Zum Glück fällt ja in der Weihnachtszeit so gut wie kein Verpackungsmüll an…
Aber auch im Rest des Jahres ist die Annahmestelle lediglich insgesamt 16 Stunden pro Woche geöffnet – verteilt auf drei Tage. Wovon 2 Tage jeweils auf den Vormittag begrenzt sind. Und selbst am Nachmittagstermin öffnet man nur bis 18 Uhr. Wohl dem, der keiner geregelten Arbeit nachgeht. Alle anderen können sich ja einen tag frei nehmen. Jeder Arbeitgeber hat doch Verständnis dafür.
Und ob sich das ordnungswidrige Verhalten jener, die ihren Müll unsachgemäß verbringen mit dem Verschwinden der großen Container schlagartig im Sinne der “Unser Stadtteil soll schöner werden”-Fraktion ändert, sei einmal dahingestellt.
Im Zweifelsfall sollte man aber eher davon ausgehen, dass der Müll dann einfach irgendwohin entladen wird…
Mal ehrlich, die Idee der Abschaffung ist nichts weiter als blinder, hilfloser Aktionismus.
Scheinbar hat sich (wieder einmal?) niemand wirklich ernsthafte Gedanken über Konsequenzen oder gar die Ursachen des Problems gemacht…
Sieht man sich die Situation vor Ort an, könnte einem ja auffallen, dass vielleicht nicht ausschließlich der mangelnde Ordnungs- und Sauberkeitssinn (einiger?) Bewohner des Nonnenbruchs der Grund für diese Verschmutzung sind.
Wenn in der Lokalpresse Bilder der vermüllten Container gezeigt werden — und jeder Bürger kann sich vor Ort ein gutes Bild machen — sieht man sehr schnell, dass die Container auch zum bersten gefüllt sind!
Das zeigt doch, dass offensichtliche eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem Fassungsvermögen der Container und dem Aufkommen an Kartonage besteht.
Einfacher ausgedrückt: „Die Kontäner sinn voll…!!!”
Allerdings muss man zugeben, dass das Fassungsvermögen der Container nicht das einzige Problem ist.
Viel mehr ist es die gesamte Bauart der Container, welche solche “Verstopfungen” bedingen. Die Einfüllöffnungen sind viel zu schmal dimensioniert, und größere Kartonagen verkeilen sich im Innern zu schnell. Zumindest, wenn man die Kartonage vorher nicht in mundgerechte Stückchen zerkleinert hat.
Nur wenige Tage nach der Leerung sind die Container erneut wieder so gut gefüllt, dass man halt nichts mehr hinein bekommt.
Und offenbar gibt des dann einige Mitmenschen, die nicht bereit sind ihren Müll dannwieder mit nach Hause zu nehmen. Und stellen ihn daneben.
Das ist mit Sicherheit nicht in Ordnung so. Alleine schon, weil es nach §6 Abs.3 der Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Heiligenhaus (OrdBVO)™ verboten ist.
Allerdings stehen die Container an der Bergischen Straße in so einem “günstigen” toten Winkel, dass sie von den benachbarten Häusern kaum eingesehen werden können.
Dies läd gerade zu dazu ein, “ungesehen” seinen Papiermüll einfach stehen zu lassen.
Dass diese “wilde Kippen” nicht zu akzeptieren sind — sei es nun aus ordnungspolitischen oder ästhetischen Gründen, sei einmal dahin gestellt — darin sind sich ja eigentlich alle einig. Aber über die Wege zur Lösung dieses Problems scheint man sich unein.
Auf der Mitgliederversammlung des Nonnenbrucher Bürgervereins war man sich größtenteils (13 für, 2 gegen, 3 enthalt) über eine komplette Abschaffung der Container im Stadt(teil)gebiet zu sorgen.
Auch die Stadtverwaltung – in Form des Bürgermeisters – arbeitet “mit Hochdruck daran”. Weil er es ja angeblich auch schon auf seine Wahlkampffahne geschrieben hatte (so WAZ). (Und nein, wer im “Wahlkampfprogramm” unseres Bürgermeisters einen entsprechenden Absatz findet erhält KEINEN Preis!)
Müssen sich die Nonnenbrucher (und eventuell alle Bürger der Stadt – obwohl es in anderen Stadtteilen anscheinend nicht so problematisch ist, wie die Vorsitzende des Bürgervereins Nonnenbruch dies für ihren Stadtteil empfindet) darauf einstellen, auf ihrem Verpackungsmüll demnächst (vor)sitzen zu bleiben?
Sind dies die “bürgernahen Planungsprozesse und Denkwerkstätten mit fachlicher Begleitung” (Siehe: “Stadtentwicklung” – Punkt 1) des fleißig wiedergewählten Stadtoberhaupts?
Ist der Wunsch einer Hand voll Bürgervereinsmitglieder stellvertretend genug, um mit diesen Ideen die “Qualität der Planung” zu wahren?
Bleibt nur zu hoffen, das dieser unüberlegte Schnellschuss in den zuständigen Ausschüssen ein wenig differenzierter analysiert wird!
Denn was könnte man anders machen?
- Zum Beispiel eine repräsentative Umfrage ob und wie die Container von den Bürgern genutzt werden. Damit hätte man zumindest schon einmal ein erheblich besseres Stimmungsbild.
- Ein Gespräch mit dem Entsorgungsunternehmen führen, ob nicht Container mit praktikableren Einfüllungsöffnungen angeboten werden könnten um das Problem der “Verstopfung” zu minimieren.
- Überlegungen anstellen, ob eine häufigere Leerung der großen Container in Frage kommen könnte. Das wäre im Zweifel sehr viel kostengünstiger als die jetzt angedachte 2-wöchentliche Leerung der kleinen Tonnen für jedes Haus.
- Die sehr hässlichen Großcontainer verschönern. Dass zum Beispiel die Heiligenhauser Jugend für solch ein Projekt dankbar wäre, könnte man z.B. aus den Graffiti-Aktionen dieses Jahres ableiten…
Und falls es tatsächlich dazu kommen sollte, das den Bürgern die dezentrale Entsorgungsmöglichkeit von größeren Kartonagen verwehrt wird, kann man ja darüber nachdenken, ob man den “Ideengebern” den Müll nicht einfach vor deren Haustüre stellt, wenn die eigene Tonne überquillt.
Oder unser Bürgermeister lässt seine JÜnger demnächst auf ihren “Friedhofstouren” auch einen Abstecher zur Grün- und Bauschuttannahmestelle machen.

