Habemus Bundespräsident !


koenigWulff

Welch ein Glück, dass in Südafrika am Mittwoch Spielfrei war… Wahrscheinlich ist mal wieder ein Intelektuellenmagazin für uns in die Bresche gesprungen – die haben ja einen ganz besonders guten Draht zur FIFA…
(Wobei, ich hätte meinen Hut gezogen, wenn die JU um 21:30 Uhr zum Autokorso aufgerufen hätte. Die sind doch sonst sooo kreativ…)

Na, egal… immerhin 1244 Menschen in …schland mussten sich so nicht um die wirklich wichtige Dinge kümmern und hatten die Muße, sich solchen Nebensächlichkeiten wie die Wahl eines neuen Staatsoberhauptes zu widmen.

Kasperletheater at it’s best.
Ganz große Show. Und die Medien non stop live dabei… klar, gab ja auch kein Fußball an dem Tag…

Und alle stilisierten es zum GANZ GROSSEN Ereignis…
Die Zukunft der Regierungskoalition steht auf dem Spiel” wurde schon getönt – vor allem aus dem Lager der Opposition…

Von den beteiligten Politikern gefeiert als „Große Stunde der Demokratie”, was nichts anderes heißt als: „Volk, halt die Fresse, wir machen das schön unter Uns aus…

Blick zurück:
Nachdem unser (heute Ex-) Bundespräsi Köhler Köhler Ende Mai seine Pensionsansprüche ausgerechnet hatte und zu der Entscheidung kam „’s reicht”, oh was taumelte unser Land…(schon wieder) Führerlos… oioioioi…
Wie konnte man es auch wagen, die Äußerungen des Bundespräsidenten für bare Münze zu nehmen?
Vielleicht hätte der Bundes-Horst vorher ‘mal das Kleingedruckte in der Verfassung lesen sollen: die Unfehlbarkeit gilt nur für einen Deutschen! Zudem ist Horst auch noch evangelisch…
Nee, da wurde unser Bundes-Horst halt böse.
Ruck-Zuck-Rücktritt und Tschöö mit zwei Ö…

Dann folgte die unvermeintliche „Sau durchs Dorf treiberei” der Medien.
Spekulationen, Indiskretionen, Phantastereien… eben alles, was „seriösen Journalismus” so ausmacht.

Zunächst geisterte Zensursula durch den Blätterwald. Aber ach, zu weiblich und zu protestantisch… fehlt ja nur noch hässlich, kinderlos und aus dem Osten… wo kämen wir da hin
Wie wär’s dann mit Rüttgers? Der hat doch gerade eh nix besseres zu tun
Oder Sitzenbleiber Schäuble?
Oder Kindergärtner Lammert?
Oder Verkehrsexpertin Käßmann?
Oder Stilikone Fischer?

Es kam einem teilweise so vor, als ob die Presse einfach mal zeigen wollte, wie viele Politikerbilder sie so in ihren Archiven hat…

Nur von Nazi Rennike gibt’s wohl kein Bild. Der Kanidat der NPD wird (wie beim letzten mal) konsequent in der Presse unterschlagen. Schön, dass die Presse ihre Selbstverpflichtung zur „objektiven Berichterstattung” so ernst nimmt.

Aber ach, man sollte die Ränkeschmiede Politiker in Berlin nicht unterschätzen.
Perfide wurde die Situation von der Bundesmammi und ihren Spießgesellinnen ausgenutz auch noch den letzten potentiellen Gefärder ihrer Allmacht aus den eigenen Reihen kalt zu stellen. Die Schwarze Witwe ging auf Nummer sicher und präsentierte den „blass-biederen” (spiegel), den „ohne Ecken und Kanten” (süddeutsche), den „beliebtesten Schwiegersohn der Republik” (faz), Christian Wulff.
Na dass ist ja mal einer, von dem man grundsätzlich annehmen sollte, „überparteilich” zu sein… So, wie sich die Bevölkerung eben den (machtlosen) Mann an der Spitze ihres Landes wünschen…
Ein Parteisoldat, von dem frau ausgehen kann, dass er nicht etwa aus dem obersten Staatsamt gegen ihre Politik schießen würde. Sicherlich würden mit DEM alle Leute ruhig zu stellen zufrieden sein.
Genau dass, was sich die Bevölkerung, die Politik, die Medien und überhaupt ALLE für dieses Amt wünschen…
Suuuper Idee.

Doch sie hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht!
Denn die alte Dame SPD, kurz vor dem „Kraft-”Stoß in NRW noch für scheintod gehalten, zauberte zusammen mit ihrem Appendix, den Grünen, einen Joker aus der Tasche, der sich gewaschen hatte: Stasi-Großinquisitor Joachim Gauck!
Peng! Was für ein Husarenstück!
Ein Kandidat, wie von der CDU selbst gebacken.
Dabei gäbe es ja so viele andere Alternativen

Und dann noch die linkische SMS-Aktion.
Uiuiui… sah nicht gut aus für Bundes-Angie.
Zumal sich die Medien, die in ihrer Allwissenheit ja eh schon vorher wussten, wer Bundespräsident(in) wird, beflissen fühlten ‘mal (wieder) aufzuschreiben was das Volk so will: nämlich Gauck!

Langsam bekommt man richtig Mitleid mit Angie und ihrer „Gurkentruppe”.
Da will, nach „Liebeshochzeit Schwarz-Gelb” aber auch so gar nichts klappen…
Manchmal aber bekommt man fast das Gefühl, es ist alles kalkuliert. Vielleicht steckt doch ein geheimer Plan hinter all dem…

Und dann der „Tag der Entscheidung™”:
Ab ca. 10 Uhr Medienmarathon. 9½ Wochen 9½ Stunden Angst vor Twitterern und Abweichlern…
Nebenbei sind zwei Wahlfrauen der SPD fahnenflüchtig. Frau Bätzing-Lichtenthäler ist hochschwanger (was man natürlich nicht vorhersehen konnte) und Frau Zapf hat Schnupfen (Schweinegrippe?).

Als um 12 Uhr dann die 14. Bundesversammlung eröffnet wurde, hatten schon zig der „üblichen Verdächtigen” den „üblichen BlahBlähBlubb” von sich geben dürfen. Der unbeteiligte Zuschauer, kurz „Bürger™ ” (denn er bürgt schließlich für den Mist, der in den Parlamenten verzapft wird), bleibt wie üblich zurück mit dem Gedanken: „Für wie doof halten die mich/sich/uns eigentlich”.

Eher wird Deutschland Weltmeister als Gauck Präsident.” (VfB-Stuttgart-Präsident Erwin Staudt, SPD-Wahlmann)
Er kann vor allem zuhören!” (Gesundheitsminister Phillip Rösler, FDP über Wulffs Vorzüge)
Ich gehe davon aus, dass wir nach dem ersten Wahlgang einen Präsidenten haben. Das wird Christian Wulff sein.” (Lukretzia Jochimsen, Kandidatin der Linken)
Das Management muss besser werden.” (FDP-Vize Köppelin nach dem ersten Wahlgang)
Wir haben jetzt das Serbien-Spiel gehabt, jetzt kommt das England-Spiel. Lasst uns das richtig machen!” (Angela Merkel nach dem zweiten Wahlgang)
Was würden sie machen, wenn sie die Wahl hätten zwischen Hitler und Stalin?” (Wahlmann der Linken nach dem dritten Wahlgang)
Sollte ich die Wahl verlieren, mache ich erstmal einen ausgiebigen FKK-Urlaub.” (Joachim Gauck zu EXPRESS-Reporter)

Besonders herausragend auch die „Korrespondentin” der WAZ (per SMS):
Bettina Wulff zeigt sich im kleinen Schwarzen, mit frechem Schlitz im rücken. Schick!
Christian Wulff hat sich die Nackenhaare nicht ausrasiert. Wenn das die Stilikone zu Guttenberg sieht, wählt er ihn nicht.
„...1244 Wahlleute im Reichstag…aber nur eine Irokesen-Frisur…Sebastian Krumbiegel…der ‘Prinzen’-Sänger schneidet wieder mal am besten ab….
Schläft Merkel? Kein Scherz. Ihr fallen die Augen zu.
So ist Politik: Ein Käfig voller Lästermäuler. Ein SPD-Abgeordneter beschreibt Wulffs Händedruck: Schweißnass.
DAS muss dieser „Qualitätsjournalismus” der Printmedien sein, von dem immer erzählt wird…

Um 14:15 Uhr dann die ernüchterne Erkenntnis: Das „Orakel von Delphi Twitter” hat sich vertan und konnte das Ergebnis des 1. Wahlgangs nicht vorab in die Welt posaunen. wie konnte das nur passieren?
Ergebnis 1. Wahlgang = Wulff: 600 Punkte, Gauck: 499 Zähler, Jochimsen: 126 Kerben, Rennike: 3 Hits, 13 weiß nicht/mir egal und 1 hat sich verschrieben.

Ja wie, Ja was… 44 „Abweichler” im Unionslager. Ouch…
Auf zur nächsten Runde…
Aber erst einmal ‘ne Stunde Pause. Die „Medienvertreter” brauchen doch wieder die „üblichen Verdächtigen” mit ihrem „üblichen BlahBlähBlubb”. Und es ist für jeden ‘was dabei: „Wenn sich das Ergebnis im zweiten Wahlgang wiederholt, wird es Züge eines Putsches haben.” (DGB-Chef sommer) — „Ich glaube nicht, dass am heutigen Tag die Politik dieser Regierung zur Abstimmung steht.” (BDI-Präsident Keitel). Halt jeder so, wie er’s braucht…
Hinter verschlossenen Türen schwört Merkel derweil die Union auf den zweiten Wahlgang ein.

15:15 Uhr. Es geht weiter. Diesmal mit gelben Wahlausweisen für die Delegierten. „Die Freien Demokraten werden Wulff erneut geschlossen unterstützen, wie sie dies im ersten Wahlgang getan haben” sagt Guido Westerwelle. Wenn „geschlossene Unterstützung” bedeutet, das es bei den Liberalen sogar offene Sypathiebekundungen für Gauck gibt, na dann… fröhliches Weiterkoalieren im Bundestag…
Merkel versucht’s dann doch etwas populärer – und auch nicht zum ersten Mal… Denn wie gesagt, es ist Spielfrei in Südafrika! Wenn das mal gut geht…

17:05 Uhr. Ne, ging’s nicht… zu wenig Fußballfans unter den Deligierten? Dabei war doch sogar „Sommermärchen”-Sönke Wortmann als Wahlmann dabei. Der hätte das doch den CDU-Leuten erklären können!?
Ergebnis des zweiten Wahlgangs: 1239 Stimmen abgegeben, eine Stimme ungültig. Enthaltungen: 7. Joachim Gauck: 490 Stimmen; Luc Jochimsen: 123; Christian Wulff: 615. (Rennicke wird wieder einmal (zumindest beim WAZ-Liveticker) unterschlagen)

Immerhin scheint das Merkel aber einen kleinen Teilerfolg erreicht zu haben. Wulff hat 15 Stimmen gewonnen, Gauck hat 9 verloren und es sind 6 weniger Enthaltungen dabei – allerdings haben 3 gleich ganz auf eine Stimmabgabe verzichtet (plötzlich schwanger? Oder keine Lust mehr?).
Es geht voran

Eine Stunde Sitzungsunterbrechung. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Und bei den „Medienvertreter”  wieder die „üblichen Verdächtigen” mit noch erbärmlichern „üblichen BlahBlähBlubb”.
Die LINKE beginnt damit zu überlegen wie sie weiter vorgehen soll. Gemäß dem Motto: „Beherzt über die Klippe springen, und in der Luft dann überlegen was man dann tut.” Ja, das macht den Wähler zuversichtlich, mit der LINKEN eine vorausschauende, zukunftsgewandte und nachhaltig vorgehende Partei zu haben…
Und man hat gleich auch ne super Idee: Ein neuer Kandidat!
Es mag für die Deligierten der Linkspartei vielleicht eine verführerische Option darstellen, als „fünfte Kraft” nicht nur den Wahlausgang maßgeblich zu entscheiden sondern am Ende sogar als Jene darzustehen, auf deren Betreiben der dann gewählte Kandidat überhaupt ausgewählt wurde.
Wie eine Partei, die sich vor allen Anderen die „Bürgernähe” auf die Fahnen geschrieben hat, so demonstrativ das politische Taktieren innerhalb des Parteienapparates über die Empfindung der Bürger vor dem Tore, die in so einem Fall zurecht sich mehr als nur vor den Kopf gestoßen vorkommen müssen, stellt… Bezeichnend
Es zeigt vor allem eines sehr deutlich: Den Linken ging es nie wirklich um „den besten Kandidaten™”!
Und wer geglaubt haben sollte, dass sich SPD oder Grüne so vorführen lassen, der glaubt auch noch ganz Anderes

Damit das Kasperletheater in den Räumen der Linken und vor den Kameras und Mikrofonen der Pressevertreter noch gebührend lange exerziert werden kann, wird der 3. (und vermeintlich letzte) Wahlgang auf ca. 19:30 Uhr verlegt.

Nebenbei ist die Presse über Fake-Nachrichten bei Twitter verstimmt. Ein Hoch auf die Medienkompetenz unserer Medien…

19:30 Uhr. Linke und NPD ziehen ihre Kndidaten zurück. Dritter Wahlgang, Zwei Bewerber, Ein Bundespräsi… und geüne Wahlausweise…
Jetzt gehts um die Wurst
Gut eine Stunde dauert der letzte Wahlgang. Die Deligierten werden unruhig – viele haben noch Termine

21:15 Uhr. Die Ergebnisse werden verkündet.
Wir haben einen Gewinner!
Öh.. ja, war ja irgendwie klar, dass Einer gewinnen würde. Die einfache Merheit im 3. Wahlgang macht es ja selbst einem Personenkreis wie Politikern einfach.
Aber WER würde es sein? Wullf oder Gauck? Hat das Merkel sich in ihren Reihen durchsetzen können, oder gab es weiterhin Menschen, die lieber ihrem Gewissen folgen als sich diktierten Verhaltensweisen zu unterwerfen? Was haben die Linken gemacht? Spannend, spannend, spannend…

Tatatataaaa…
Wullf erhält mit 625 Stimmen nicht nur die im 3. Wahlgang erforderliche relative Mehrheit, sondern sogar die absolute (+3 Stimmen).
Womit bewiesen wäre, dass das ganze Hin und Her ein einziges Schmierentheater war!!! DAS hätte man auch im ersten Wahlgang haben können!!!
Fraktionszwang, Fraktionszwang, üüüüber ahalles… Machterhalt vor Bürgerwillen, einklares Zeichen aus den Reihen jener, die nach dem Gesetzt nur ihrem Gewissen verpflichtet… nunja, was DAS über die Moral unserer Volkstreter Volksvertreter aussagt, mag jeder für sich selbst entscheiden…

Die Linke hat sich ziemlich geschlossen der Stimme enthalten, was das vorherige Zurückziehen ihrer Kandidatin als Farce entlarft. Ob sie nun für Jochimsen gestimmt hätten oder sich halt in so großer Zahl enthalten haben. Mehr als ein fragwürdiges Symbol ist der Unterschied nicht…
Somit haben die Linken (zumindest in den Augen Einiger) den Kandidaten des„bürgerlichen Lagers” letztendlich zum Sieg geholfen.
Diese Spitze ist so lustig, dass man die dabei offensichtliche Realitätsverneinung (Wulff hatte im letzten Wahlgang die absolute Mehrheit – auch die Stimmen der Linken hätten für Gauck nicht ausgereicht!) ruhig ignorieren sollte. Denn es würde schon einen riesen Spaß machen, wenn demnächst wieder einmal von der CDU die Ypsilanti-Karte gezogen wird einfach nur mit dem Finger auf den Bundespräsidenten zu zeigen. Alleine die Schlagzeile „CDU lässt sich bei Bundespräsidentwahl von linken Extremisten unterstützen” wäre den kauf einer BILD wert.

Jetzt sind SPD und Grüne natürlich sauer… Dass sie Linken sich nicht in ihre zugedachte Rolle der willigen Mehrheitsbeschaffer gefügt haben — Ganz klar und offensichtlich, dass: „ Die Linkspartei noch nicht in unserer westlichen Demokratie angekommen ist…
Ob und wie dass zukünftige Zusammenarbeit beeinflusst werden die Propheten in den nächsten Tagen sicherlich zuhauf und in guter Manier sich stets wiedersprechend ausführen… wir werden sehen

Übrigens: Was die paar Nazis von der NPD gewählt haben ist egal, wird in der Berichterstattung eh unterschlagen.

Fazit:
Ja, es hatte schon Unterhaltungswert, was uns die Parteien nach dem überaschenden Abgang des sensiblen Herrn Köhler in den Wochen so geboten hat.
dass die Rot-Grüne Opposition den konservativen Gauck präsentierte, um den Parteisoldaten Wullf in dessen eigenem Lager zu diskreditieren und somit die Schwarz-Gelbe Regierung in arge Bedrängnis brachte ist schon einen Asbach Uralt wert…
So konnte die Opposition aus der eigentlich aussichtslosen Position gegenüber der deutlichen Stimmenmehrheit des bürgerlichen Lagers in der Bundesversammlung noch einen nicht unerheblichen Erfolg herausspielen können.
Dass dann auch noch Medien und Bevölkerung so auf Gauck ansprangen, war zusätzlich ein dickes Brett für die langsam wieder erstarkende SPD und eine herber Schlag für die CDU.

Dennoch bleibt ein Nachgeschmack
Denn verloren haben ALLE!
• Die Union, gerade noch einmal mit zwei blauen Augen davon gekommen, hat nun einen Bundespräsidenten ins Amt gehievt, der in erster Linie aus Machtkalkül und gegen die Stimmung in der Bevölkerung durchgedrückt wurde.
Und das „ist noch mal gerade so gut gegangen” ist auch nicht unbedingt die Stärkung, die man sich davon erhofft hatte. Und so wird weiterhin von den Medien auf die  geschwächte Regierungskoalition eingedroschen.
Wullf ist zum Spielball parteiinterner Sticheleien bei den ersten beiden Wahlgängen geworden und ist nun Bundespräsident gegen die Merheit der Bevölkerung.
• Die SPD und die Grünen haben Gauck, trotz dessen Beliebtheit, am Ende doch nicht durchbekommen. Zudem ist das Verhältnis zur Linken, bei kommenden Regierungskoalitionen ein wichtiger Faktor, vergräzt.
Gauck, der von vorne herein nicht viel Chancen hatte, wurde durch die ersten beiden Wahlgänge so gepusht, dass er am ende zwar vorhersehbar unterlag, aber dennoch den Makel ertragen muss, es fast geschafft zu haben.
• Die LINKE wird sich weiterhin vorwerfen lassen müssen, dass sie a) noch lange nicht mit ihrer SED-Vergangenheit aufgeräumt hat (und deswegen den „Stasi-Akten-Gauck” nicht wählen wollte) und b) am Ende durch ihr Verhalten für die Wahl des Unions-Kandidaten gesorgt hat.
• Die FDP konnte wieder kein Profil zeigen und trotz der geheimen und freien Wahl in der Bundesversammlung wird ihnen die Unterstellung der Abtrünnigkeit anhaften.
• Der Bürger hat wieder einmal erfahren müssen, dass die Regierung gegen die Merheit der Bürger entschieden hat.

Doch trotz all der angebrachten Kritik kann und muss man doch sagen, dass all dies es geschafft hat, zumindestens für eine kurze Zeit die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für die Wahl des Staatsoberhauptes anzufachen.
Selten gab es im Vorfeld solch ein Interesse um die Bewerber. Das schallt all die schmähenden Rufe von „Politikverdrossenheit” lügen!
Und das ist gut so!
Jetzt wäre es wünschenswert, dass die Politiker diese Situation nicht durch ihre reflexartigen Floskeln nach Wahlen niederzureden.
Das ist zwar nicht wirklich zu erwarten – zu sehr ist dieses Politikersprech den Volksvertretern in Fleich und Blut übergegangen – aber eben wünschenswert…

Ob Wulff es nun schafft, sich in die Reihe der herausragenden Bundespräsidenten einzureihen, ob er ein Lübke oder ein von Weizäcker wird,  bleibt abzuwarten.
Zwar ist er ein großartiger Diplomat – sein eher ruhiger und versöhnlicher Stil und die PR-Fachfrau an seiner Seite sind in vielen Situationen bestimmt deeskalierend – doch ab und an erwartet die Bevölkerung von ihrem Bundespäsidenten einfach ein paar klare Worte. Ohne Rücksicht auf die eigene, politische Heimat.
Wollen wir das Beste hoffen — es würde unserem Land, und den Menschen darin, gerade in diesen unsicheren Zeiten gut tun…
Aber eines ist zumindest sicher: Optisch hat sich Deutschland verbessert…

In diesem Sinne: Habemus Bundespapa!!!

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